Photovoltaik in Wien und Umgebung: Förderung, Genehmigung, Kosten
Wien will in den nächsten Jahren deutlich mehr Sonnenstrom von den eigenen Dächern holen. Für Hausbesitzer, Wohnungseigentümer und Hausverwaltungen heißt das: Es gibt eigene Förderungen der Stadt, klare Regeln in der Bauordnung und ein paar Wiener Besonderheiten, die man vor dem Auftrag kennen sollte. Dieser Ratgeber erklärt sie Schritt für Schritt, auch für Mödling, Klosterneuburg, Korneuburg und die anderen Gemeinden rund um Wien.
Stand: Oktober 2026
Kurz gesagt: Eine PV-Anlage auf einem Wiener Dach braucht in den meisten Fällen keine Baubewilligung. Für das klassische Hausdach gibt es den Investitionszuschuss des Bundes (bis 10 kWp: 150 Euro je kWp). Die Stadt Wien fördert zusätzlich Fassaden-PV, PV-Dachgärten und Anlagen auf Wohnhausanlagen. Eine Anlage mit 8 bis 10 kWp kostet rund 11.000 bis 18.000 Euro und rechnet sich meist nach 10 bis 12 Jahren. Im Umland gelten die Regeln Niederösterreichs.
Wien ist keine Stadt der Einfamilienhäuser. Die große Mehrheit der Wienerinnen und Wiener wohnt in Mehrparteienhäusern, viele davon in Gründerzeithäusern mit Blechdach, Kaminen und Dachgauben. Trotzdem gibt es in Wien enorm viel Dachfläche, die sich für Sonnenstrom eignet: auf Gemeindebauten, Genossenschaftsanlagen, Bürohäusern, Garagen und den Siedlungshäusern in Floridsdorf, der Donaustadt, Liesing oder Hietzing. Die Stadt hat sich vorgenommen, diese Flächen zu nutzen, und unterstützt das mit eigenen Förderprogrammen der Sonnenstrom-Offensive.
Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die in Wien oder im Wiener Umland eine PV-Anlage planen: Hausbesitzer in den Außenbezirken, Wohnungseigentümer im Altbau, Hausverwaltungen und Betriebe. Wenn Sie zuerst einen Überblick über Kosten und Ablauf in ganz Österreich möchten, lesen Sie unseren Ratgeber PV-Anlage in Österreich: Kosten, Förderung, Ablauf.
Warum Photovoltaik in Wien gut funktioniert
Wien liegt im pannonisch geprägten Osten Österreichs und gehört zu den sonnigeren Regionen des Landes. Eine gut ausgerichtete Anlage erzeugt hier pro Kilowatt-Peak (kWp) Modulleistung rund 1.000 bis 1.100 Kilowattstunden Strom im Jahr. Eine Anlage mit 8 kWp liefert damit etwa so viel Strom, wie ein Haushalt mit vier Personen im Jahr verbraucht.
Drei Wiener Besonderheiten sollten Sie trotzdem kennen:
- Verschattung durch Nachbarhäuser. In dicht bebauten Bezirken werfen höhere Nachbargebäude, Feuermauern und Kamine Schatten. Ein seriöser Fachbetrieb berechnet den Ertrag deshalb mit einer Verschattungsanalyse und nicht nur mit Durchschnittswerten.
- Dachform im Altbau. Gründerzeithäuser haben oft steile Blechdächer, Dachböden mit Holzkonstruktion und Gauben. Die Montage ist aufwendiger, und die Statik muss geprüft werden. Bei ausgebauten Dachgeschoßen gibt es meist ein Flachdach-Element oder eine Terrasse, auf der eine aufgeständerte Anlage Platz hat.
- Viele Eigentümer. In Wohnungseigentumshäusern entscheidet nicht eine Person allein. Wer früh mit Verwaltung und Miteigentümern spricht, spart Monate.
Förderungen für Photovoltaik in Wien
In Wien kommen zwei Ebenen von Förderungen in Frage: der Investitionszuschuss des Bundes nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) und die Förderungen der Stadt Wien für bestimmte Anlagenarten. Für das typische Einfamilienhausdach ist vor allem die Bundesförderung relevant.
Investitionszuschuss des Bundes (EAG)
Der Bund fördert neue PV-Anlagen und Batteriespeicher mit einem einmaligen Zuschuss. Abgewickelt wird er über die EAG-Abwicklungsstelle der OeMAG. Für 2026 galten diese Sätze:
| Kategorie | Leistung der Anlage | Zuschuss |
|---|---|---|
| A | bis 10 kWp | 150 € je kWp |
| B | über 10 bis 20 kWp | 140 € je kWp |
| C | über 20 bis 100 kWp | höchstens 130 € je kWp |
| D | über 100 kWp | höchstens 120 € je kWp |
| Speicher | mindestens 0,5 kWh je kWp, höchstens 50 kWh | 150 € je kWh |
Wichtig für die Planung:
- Antrag nur in einem Fördercall. 2026 gab es drei Zeitfenster, das letzte endete am 22. Oktober 2026. Bis 10 kWp gilt dabei: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ob und mit welchen Sätzen die Förderung 2027 weiterläuft, war bei Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht.
- Bonus für europäische Komponenten. Stammen Module, Wechselrichter oder Speicher aus Europa, erhöht sich der Fördersatz um je 10 %, insgesamt um bis zu 30 %.
- Antrag vor der Inbetriebnahme. Wer die Anlage einschaltet, bevor der Antrag gestellt ist, verliert den Anspruch.
- Zählpunkt nötig. Für den Antrag brauchen Sie einen vom Netzbetreiber bestätigten Einspeisezählpunkt. In Wien ist das Wiener Netze.
- Fertigstellung in 6 Monaten. Nach der Förderzusage muss eine Anlage bis 100 kWp innerhalb von sechs Monaten in Betrieb gehen.
- Höchstens 30 % der Kosten. Der Zuschuss ist mit 30 % der förderfähigen Investition gedeckelt.
Seit 1. April 2025 gilt für PV-Anlagen wieder der normale Umsatzsteuersatz von 20 %. Die befristete Befreiung für kleine Anlagen bis 35 kWp ist ausgelaufen. Achten Sie deshalb darauf, ob ein Angebot netto oder brutto gerechnet ist.
Förderungen der Stadt Wien
Die Stadt Wien hat im Mai 2026 ein Förderpaket von rund 7 Millionen Euro für Sonnenstrom gestartet und die bewährten Kategorien auch für 2027 angekündigt. Gefördert werden vor allem Flächen, die in einer Großstadt sonst ungenutzt bleiben:
- PV an Fassaden: 700 Euro je kWp, ab 3 kWp, bis zu 250.000 Euro je Projekt. Den Antrag stellen Sie über die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) vor der Bestellung. Diese Förderung lässt sich nicht mit dem Investitionszuschuss des Bundes kombinieren, und die Anlage muss innerhalb von 24 Monaten umgesetzt sein.
- PV-Dachgärten: 600 Euro je kW für Anlagen, die mit einer begrünten Dachfläche von mindestens 20 m² kombiniert werden, bis zu 50.000 Euro.
- Mehrgeschoßiger Wohnbau, Flugdächer, Hochgaragen, Lagerflächen und Gründächer: je nach Kategorie rund 400 bis 600 Euro je kW.
Alle Zuschüsse der Stadt sind ebenfalls auf 30 % der Kosten begrenzt. Eine allgemeine Förderung der Stadt für das gewöhnliche Schrägdach eines Einfamilienhauses gibt es derzeit nicht. Die aktuellen Bedingungen finden Sie bei der Stadt Wien (Energieplanung, MA 20) und bei der KPC. Fördertöpfe können während des Jahres ausgeschöpft sein, prüfen Sie deshalb vor dem Auftrag, ob noch Mittel frei sind.
Brauche ich in Wien eine Genehmigung?
Seit der Novelle der Wiener Bauordnung 2023 sind PV-Anlagen deutlich einfacher geworden. Die Baupolizei (MA 37) hat dazu 2024 eine eigene Richtlinie veröffentlicht. Vereinfacht gilt:
Bewilligungsfrei: der Normalfall
PV-Anlagen auf Dächern und an Fassaden sind nach § 62a der Bauordnung für Wien grundsätzlich bewilligungsfrei. Das heißt aber nicht regelfrei: Die Anlage muss den bautechnischen Vorschriften entsprechen, vor allem bei Statik, Brandschutz und Blitzschutz. Die Richtlinie der MA 37 nennt unter anderem:
- 1 Meter Abstand zu Brandwänden und zur Grundgrenze, damit sich ein Feuer nicht über die Module auf das Nachbarhaus ausbreitet,
- 3 Meter Abstand zu Dachausstiegen, damit die Feuerwehr gefahrlos auf das Dach kommt,
- Modulfelder mit höchstens 40 Metern Länge, danach eine Unterbrechung.
Für kleine Batteriespeicher bis 3 kWh ist kein eigener Batterieraum nötig. Bei größeren Speichern gelten zusätzliche Brandschutzanforderungen, die Ihr Elektrotechnik-Betrieb kennt.
Wann Sie eine Baubewilligung brauchen
Eine Baubewilligung der MA 37 ist nötig, wenn das Gebäude
- in einer Schutzzone liegt (das betrifft große Teile der Inneren Stadt, aber auch historische Ortskerne in Außenbezirken wie Grinzing, Nussdorf oder Stammersdorf),
- im Grünland-Schutzgebiet liegt, zum Beispiel im Wald- und Wiesengürtel,
- in einem Gebiet mit Bausperre steht,
- oder wenn die Anlage mehr als 15 kW hat und nicht ohnehin ein Verfahren nach dem Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetz läuft.
Ob Ihr Haus in einer Schutzzone liegt, sehen Sie im Flächenwidmungs- und Bebauungsplan der Stadt Wien (Wien Kulturgut bzw. der Online-Stadtplan). In Schutzzonen haben dachparallele, dunkle Module ohne sichtbare Rahmen die besten Chancen.
Elektrizitätsrecht: Anzeige bei der MA 64
Zusätzlich zur Bauordnung gibt es das Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetz. Anlagen bis 15 kW sind davon in der Regel ausgenommen, sofern sie nicht senkrecht an der Fassade montiert sind und keinen Speicher haben. Größere Anlagen bis 50 kW werden bei der MA 64 angezeigt. Das übernimmt bei gewerblichen und größeren Projekten meist der Planer oder der ausführende Betrieb.
Kleingärten
In Wiener Kleingärten sind PV-Module auf dem Gebäude erlaubt. Freistehende Module auf der Wiese sind nicht zulässig. Beachten Sie außerdem die Regeln Ihres Kleingartenvereins.
Photovoltaik im Mehrparteienhaus
Für die meisten Wienerinnen und Wiener ist das die spannendste Frage. Es gibt drei Wege.
1. Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage
Eine Anlage auf dem Dach versorgt mehrere Wohnungen im selben Haus. Der Strom wird über die Smart Meter rechnerisch auf die teilnehmenden Wohnungen aufgeteilt, ohne neue Leitungen in jede Wohnung. Was übrig bleibt, wird ins Netz eingespeist. Für Wohnhausanlagen gibt es zusätzlich die Förderung der Stadt Wien für den mehrgeschoßigen Wohnbau.
2. Energiegemeinschaft
In einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft teilen sich Nachbarn, Betriebe oder Vereine Strom über die Grenzen eines Hauses hinaus, etwa innerhalb eines Grätzls. Der Strom fließt über das öffentliche Netz, dafür gibt es reduzierte Netzentgelte. Das ist eine gute Lösung, wenn das eigene Dach nicht geeignet ist.
3. Balkonkraftwerk
Ein Steckersolargerät mit bis zu 800 Watt Wechselrichterleistung ist die einfachste Form, auch als Mieterin oder Wohnungseigentümer Sonnenstrom zu nutzen. Es muss beim Netzbetreiber gemeldet werden, ein zusätzlicher Zähler ist nicht nötig. Seit 1. September 2024 sind Balkonkraftwerke im Wohnungseigentumsgesetz erleichtert: Sie verständigen die anderen Eigentümer, und wenn innerhalb von zwei Monaten niemand widerspricht, gilt die Zustimmung als erteilt. Auch eine PV-Anlage auf dem eigenen Reihen- oder Einzelhaus in einer Eigentumsanlage ist seit der WEG-Novelle 2022 leichter durchzusetzen. Als Mieter fragen Sie vorab Ihre Vermieterin oder Ihren Vermieter, vor allem wenn das Gerät an der Fassade befestigt wird.
Was bei der Eigentümerversammlung hilft
- Ein Angebot mit Ertragsprognose, Kosten je Wohnung und Amortisation,
- ein Vorschlag, wie der Strom aufgeteilt wird (gleich oder nach Verbrauch),
- die Klärung von Wartung, Versicherung und Haftung,
- ein Statik-Gutachten, wenn das Dach älter ist.
Was kostet eine PV-Anlage in Wien?
Die Preise in Wien liegen ungefähr im österreichischen Durchschnitt. Teurer werden Anlagen in der Stadt vor allem durch die Baustelle: Gerüst im Innenhof, Kran über die Straße, lange Leitungswege durch ein mehrstöckiges Haus oder ein veralteter Zählerkasten.
| Anlage | Typischer Preis brutto | Bemerkung |
|---|---|---|
| Balkonkraftwerk bis 800 W | 400 – 1.000 € | Selbstmontage möglich, Meldung beim Netzbetreiber |
| 5 kWp Einfamilienhaus | 7.500 – 10.000 € | kleines Dach oder geringer Verbrauch |
| 8–10 kWp Einfamilienhaus | 11.000 – 18.000 € | häufigste Größe in den Außenbezirken |
| 10 kWp mit 10-kWh-Speicher | 22.000 – 28.000 € | deutlich mehr Eigenverbrauch |
| 30 kWp Mehrparteienhaus | 35.000 – 55.000 € | mit Gerüst, Statik und Aufteilung auf Wohnungen |
Diese Werte sind Richtwerte aus Angeboten und Marktübersichten (Stand Oktober 2026). Holen Sie immer zwei bis drei Angebote ein und vergleichen Sie diese Punkte: Modulleistung in kWp, Hersteller von Modulen und Wechselrichter, Garantien, Speichergröße, Montageart, Gerüst, Zählerkasten-Umbau, Anmeldung beim Netzbetreiber und Hilfe beim Förderantrag.
Beispielrechnung: Siedlungshaus in Liesing
Familie K. wohnt in einem Einfamilienhaus in Wien-Liesing und verbraucht rund 4.500 kWh Strom im Jahr. Auf dem Süd-West-Dach haben 8 kWp Platz.
- Kosten: 12.500 Euro brutto, abzüglich 1.200 Euro Bundesförderung (8 kWp × 150 Euro) ergibt 11.300 Euro.
- Ertrag: rund 8.400 kWh im Jahr.
- Eigenverbrauch: ohne Speicher etwa 30 %, also rund 2.500 kWh. Bei einem Strompreis von rund 25 Cent je kWh spart die Familie etwa 630 Euro.
- Einspeisung: die übrigen rund 5.900 kWh bringen bei etwa 7 Cent je kWh rund 410 Euro.
- Ergebnis: rund 1.040 Euro Vorteil im Jahr, die Anlage hat sich nach etwa 11 Jahren bezahlt gemacht. PV-Module halten 25 bis 30 Jahre.
Mit einer Wärmepumpe oder einem E-Auto, das tagsüber lädt, steigt der Eigenverbrauch, und die Anlage rechnet sich schneller. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch auf 60 bis 70 %, verlängert aber wegen der höheren Kosten oft die Amortisationszeit. Ob er sich lohnt, hängt von Ihrem Verbrauchsprofil ab.
Photovoltaik im Wiener Umland
Viele Einfamilienhäuser rund um Wien stehen in Niederösterreich, in Gemeinden wie Klosterneuburg, Korneuburg, Mödling, Perchtoldsdorf, Baden, Schwechat, Tulln oder Gänserndorf. Hier gelten andere Regeln als in der Stadt.
- Bauordnung: Nach der NÖ Bauordnung sind PV-Anlagen auf Dächern in der Regel weder bewilligungs- noch anzeigepflichtig. Für freistehende Anlagen im Garten, in Gebieten mit Ortsbildschutz (etwa in historischen Ortskernen von Mödling, Baden oder Klosterneuburg) und für größere Anlagen kann eine Anzeige oder Bewilligung nötig sein. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt Ihrer Gemeinde nach.
- Netzbetreiber: Im Umland ist meist Netz Niederösterreich zuständig, in einzelnen Gemeinden am Stadtrand auch Wiener Netze. Die Anmeldung läuft wie in Wien über den Elektrotechnik-Betrieb.
- Förderung: Der Investitionszuschuss des Bundes gilt in ganz Österreich gleich. Eine allgemeine Landesförderung für PV auf Einfamilienhäusern gibt es in Niederösterreich derzeit nicht. Einzelne Gemeinden fördern Photovoltaik oder Speicher aber mit eigenen Zuschüssen. Fragen Sie im Gemeindeamt nach oder bei der Energieberatung der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu).
- Platz: Häuser im Umland haben oft mehr Dachfläche und Garagen oder Carports, die sich für zusätzliche Module eignen. Eine größere Anlage ist pro kWp meist günstiger.
So läuft ein PV-Projekt in Wien ab
- Verbrauch ermitteln: Der Jahresverbrauch steht auf Ihrer Stromrechnung. Planen Sie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto ein, wenn diese in den nächsten Jahren kommen.
- Dach und Lage prüfen: Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Zustand der Dachhaut, Statik. Klären Sie, ob das Haus in einer Schutzzone liegt.
- Angebote einholen: Zwei bis drei Angebote von Betrieben mit Gewerbeberechtigung für Elektrotechnik, idealerweise mit Erfahrung in Ihrem Bezirk oder Ihrer Gemeinde.
- Eigentümer und Behörden: Zustimmung der Miteigentümer, bei Bedarf Baubewilligung der MA 37 oder Anzeige bei der MA 64.
- Netzanfrage und Förderantrag: Der Betrieb stellt die Netzanfrage bei Wiener Netze. Den Förderantrag stellen Sie im nächsten Fördercall, vor der Inbetriebnahme, bei der Fassadenförderung der Stadt Wien sogar vor der Bestellung.
- Montage und Anschluss: Die Montage dauert bei einem Einfamilienhaus meist ein bis drei Tage. Danach schließt der Elektrotechnik-Betrieb an und meldet die Fertigstellung.
- Einspeisen und Förderung abrechnen: Sie schließen einen Vertrag mit einem Stromhändler oder der OeMAG für den Überschuss. Nach der Endabrechnung wird der Zuschuss ausbezahlt.
Den richtigen Fachbetrieb in Wien finden
Eine PV-Anlage ist eine Investition für 25 Jahre und mehr. Achten Sie auf diese Punkte:
- Gewerbeberechtigung Elektrotechnik: Den Anschluss an das Hausnetz darf in Österreich nur ein Betrieb mit dieser Berechtigung durchführen. Sie können sie im Gewerbeinformationssystem Austria (GISA) prüfen.
- Referenzen in Wien: Fragen Sie nach Anlagen auf ähnlichen Gebäuden, etwa Gründerzeithäusern oder Reihenhausanlagen.
- Alles aus einer Hand: Planung, Montage, Netzanmeldung, Hilfe beim Förderantrag und Dokumentation für die Versicherung.
- Schriftliches Angebot: mit Ertragsprognose, Komponentenliste, Garantien und einem klaren Zeitplan.
Auf Handwerk24 prüfen wir die Gewerbeberechtigung jedes eingetragenen Betriebs. Betriebe mit dem Siegel „Geprüfter Betrieb“ haben wir kontrolliert. Sie finden geprüfte Photovoltaik-Betriebe in Wien und in Niederösterreich, außerdem Elektriker in Wien für Zählerkasten, Wallbox und E-Befund. Wie wir prüfen, lesen Sie unter So schützen wir Sie.
Fazit
Photovoltaik lohnt sich in Wien und im Umland, auch wenn die Stadt eng gebaut ist. Auf den meisten Dächern brauchen Sie keine Baubewilligung, in Schutzzonen und bei größeren Anlagen schon. Für das Einfamilienhaus ist der Investitionszuschuss des Bundes die wichtigste Förderung. Die Stadt Wien hilft vor allem dort, wo es in der Großstadt schwieriger ist: an Fassaden, auf begrünten Dächern und auf Wohnhausanlagen. Planen Sie die Förderanträge früh ein, denn sie müssen vor der Inbetriebnahme oder sogar vor der Bestellung gestellt werden. Und lassen Sie sich von einem geprüften Fachbetrieb beraten, der die Wiener Regeln kennt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Förderbedingungen ändern sich häufig. Maßgeblich sind die aktuellen Unterlagen der Fördergeber und Behörden.
Häufige Fragen
Brauche ich in Wien eine Genehmigung für eine PV-Anlage am Dach?
Nein, auf den meisten Dächern ist eine PV-Anlage in Wien bewilligungsfrei. Eine Baubewilligung brauchen Sie, wenn das Haus in einer Schutzzone, im Grünland-Schutzgebiet oder in einem Gebiet mit Bausperre liegt, und bei größeren Anlagen über 15 kW. Statik und Brandschutz müssen in jedem Fall passen.
Welche Förderung bekomme ich in Wien für eine PV-Anlage auf dem Einfamilienhaus?
Für das Dach eines Einfamilienhauses gibt es in Wien vor allem den Investitionszuschuss des Bundes. Er beträgt für Anlagen bis 10 kWp 150 Euro je kWp und 150 Euro je kWh Speicher, beantragt wird er in den Fördercalls der EAG-Abwicklungsstelle. Die Stadt Wien fördert zusätzlich PV an Fassaden, auf begrünten Dächern und auf mehrgeschoßigen Wohnhäusern (Stand Oktober 2026).
Was kostet eine PV-Anlage in Wien?
Eine typische Anlage mit 8 bis 10 kWp kostet in Wien rund 11.000 bis 18.000 Euro brutto, mit 10-kWh-Speicher etwa 22.000 bis 28.000 Euro. Gründerzeithäuser mit hohem Dach, Gerüst im Innenhof oder Flachdach-Aufständerung können teurer sein.
Kann ich in einer Eigentumswohnung eine PV-Anlage oder ein Balkonkraftwerk montieren?
Ja, aber im Wohnungseigentum brauchen Sie dafür grundsätzlich die Zustimmung der anderen Eigentümer. Für ein Balkonkraftwerk bis 800 Watt gilt seit September 2024 eine Erleichterung: Widerspricht innerhalb von zwei Monaten nach Ihrer Verständigung niemand, gilt die Zustimmung als erteilt.
Darf ich auf einem Haus in einer Wiener Schutzzone Solarmodule montieren?
Ja, das ist möglich, braucht aber eine Baubewilligung der MA 37. Die Behörde achtet darauf, dass die Anlage das Stadtbild nicht stört, etwa durch dachparallele, dunkle Module ohne sichtbare Aufständerung zur Straße.
Wer meldet die PV-Anlage bei Wiener Netze an?
In der Regel übernimmt der Elektrotechnik-Betrieb, der die Anlage anschließt, die Anmeldung bei Wiener Netze. Im Umland ist meist Netz Niederösterreich zuständig. Ohne bestätigten Einspeisezählpunkt gibt es auch keine Bundesförderung.
Lohnt sich Photovoltaik in Wien überhaupt, so viel Platz gibt es ja nicht?
Ja, auch in Wien rechnet sich eine PV-Anlage meist nach rund 10 bis 12 Jahren, weil die Sonneneinstrahlung mit rund 1.000 bis 1.100 kWh je kWp und Jahr gut ist. Entscheidend ist, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen, denn eingespeister Strom bringt deutlich weniger als der Strom, den Sie nicht zukaufen müssen.
Welche Regeln gelten für PV-Anlagen in Mödling, Klosterneuburg oder Baden?
Im Wiener Umland gilt die Niederösterreichische Bauordnung, nach der PV-Anlagen auf Dächern in der Regel ohne Bewilligung möglich sind. Bei freistehenden Anlagen, in Ortsbildschutzzonen oder bei größeren Leistungen kann eine Anzeige oder Bewilligung nötig sein, das klärt das Bauamt Ihrer Gemeinde.
Photovoltaik-Betriebe in Wien
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Quellen
- WKO: EAG-Investitionszuschuss 2026 für Photovoltaik und Stromspeicher
- Stadt Wien: Förderungen im Bereich Energie
- Umweltförderung (KPC): Infoblatt Photovoltaik an Fassaden in Wien
- Stadt Wien, MA 37: Richtlinie zu Photovoltaikanlagen (2024)
- pv magazine: Wien startet Förderung für innovative und multifunktionale Photovoltaik (Mai 2026)
- Urban Innovation Vienna: Verfahrenshandbuch Genehmigungspflichten Photovoltaik und Stromspeicher in Wien
- WKO: Streichung der Umsatzsteuerbefreiung für PV-Anlagen
- WKO: WEG-Novelle zur Installation von Balkonkraftwerken
Alle Angaben ohne Gewähr. Förderungen und Preise ändern sich laufend, bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen bei der jeweiligen Stelle.